Wanderheuschrecken

Futtertiere - Futterinsekten: Wanderheuschrecken

Unter dem Namen Wanderheuschrecken fasst man insgesamt 10 Arten aus der Familie der Feldheuschrecken zusammen. Unter den Futtertieren (Futterinsekten) beliebt, in freier Natur gefürchtet, sind Wanderheuschrecken die Vandalen unter den Heuschrecken. Wanderheuschrecken können gewaltige Schwärme bilden (bis zu 1 Milliarde Heuschrecken sind hier keine Seltenheit), die zu einer wahrhaft biblischen Plage werden können. Gerade in Afrika werden viele Staaten bis heute von den gefräßigen Wanderheuschrecken heimgesucht - die Schäden für die Landwirtschaft sind natürlich beachtlich, denn Wanderheuschrecken vertilgen täglich Pflanzenfasern in der Menge ihres eigenen Körpergewichts. Wanderheuschrecken finden sich - außer in der Antarktis - auf allen Kontinenten. In Europa sind Wanderheuschrecken sehr seltene Gäste geworden. Die Europäische Wanderheuschrecke (Locusta migratoria) kam bis ins 19. Jahrhundert vor allem am Unterlauf der Donau und den Steppen der Wolga vor. Ganz anders als die Afrikanische Wüstenheuschrecke (Schistocerca gregaria), die bis heute ein ernsthaftes Problem für die Landwirtschaft in großen Teilen Afrikas darstellt und die dort die am häufigsten vorkommende Art ist. Mit den Wüstenheuschrecken, die auch zu den Wanderheuschrecken gehört und die ebenfalls als Futtertiere (Futterinsekten) verwendet werden, werden wir uns weiter unten beschäftigen. Die Europäische Wanderheuschrecke (Locusta migratoria) ist für die Futtertiere (Futterinsekten) sehr von Bedeutung und wird häufig gezüchtet. Die Wanderheuschrecke ist übrigens nicht grundsätzlich ein Schwarmtier. Diese Futterinsekten kommen sowohl in der sogenannten solitären Phase vor, was bedeutet, dass die Wanderheuschrecken ortstreu sind und einzeln lebend und in einer gregären Phase, in der sich die Wanderheuschrecken (durch den Austausch des Hormons Serotonin) zu Schwärmen zusammenschließen. 

Wanderheuschrecken (Locusta migratoria) sind sehr viel einfacher zu züchten, als dies beispielsweise bei den Wüstenheuschrecken der Fall ist und deshalb stehen Wanderheuschrecken als Futterinsekten auch häufiger auf dem Speiseplan als Wüstenheuschrecken. Wanderheuschrecken vermehren sich häufiger als Wüstenheuschrecken und auch das Wachstum ist bei den Wanderheuschrecken sehr viel schneller. Zwar bleiben Wanderheuschrecken kleiner als Wüstenheuschrecken, dieser Umstand relativiert sich jedochdurch die unterschiedlichen Kosten für diese Futtertiere bzw. Futterinsekten, denn Wanderheuschrecken sind als Futterinsekten meist deutlich günstiger erhältlich, die großen Wüstenheuschrecken. Wanderheuschrecken als Futterinsekten werden von sehr vielen Reptilienarten gerne genommen: Bartagamen, Wasseragamen, Warane, Geckos und Chamäleons können problemlos mit Wanderheuschrecken gefüttert werden und haben sich als gesunde, unproblematische Futtertiere erwiesen. Wanderheuschrecken sind für Reptilien gut verdaulich und enthalten wichtige Proteine (Eiweiße), Vitamine und Mineralstoffe). Wanderheuschrecken gehören zudem zu den Futterinsekten, die daheim relativ leicht auf Vorrat gehalten werden können, da diese Futtertiere keine besonders hohen Ansprüche stellen und sehr robust sind.